"Als Ostdeutsche habe ich die Hälfte meines bisherigen Lebens in der DDR gelebt - einem Staat, der die Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkte. Daher schätze ich es besonders, dass wir heute ein freies Europa mit offenen Grenzen und ohne eisernen Vorhang haben. Dies gibt allen Interessierten die Möglichkeit, Europa persönlich zu erkunden und eigene Erfahrungen zu machen.
Für mich ist die europäische Gemeinschaft ein Garant für dauerhaften Frieden in unserer Region. Der Wunsch, durch stabile wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen kriegerische Auseinandersetzungen dauerhaft zu verhindern, eint alle Europäerinnen und Europäer. Diesen Wunsch habe ich aber für unsere gesamte Welt, nicht nur für Europa. Insofern glaube ich auch nicht, dass Europa durch ein exklusives Werte- bzw. Leitbild, das andere Kulturen ausschließt, zusammengehalten wird.
Von trennenden Faktoren zwischen den EuropäerInnen möchte ich nicht sprechen, eher von einer spannenden Vielfältigkeit. Die unterschiedlichen Sprachen, Traditionen, geographischen Besonderheiten oder Essensgewohnheiten - all das kann für uns eine Bereicherung und ein wichtiger "Blick über den deutschen Tellerrand" sein. Wenn es gelingt, miteinander ein lebendiges Europa zu entwickeln, ist dies auch ein Gegenentwurf zu jeder Form von Rassismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit."
“As an East German I have spent half of my life in the GDR – a state which restricted the mobility of its citizens. Therefore I exceedingly appreciate that we live in a free Europe with open borders and without the Iron curtain today. It is an opportunity for everybody who is interested to personally explore Europe and to gain experience.
For me, the European community is a guarantor of lasting peace in our region. The wish to prevent wars permanently through solid economical and cultural relations unites all Europeans. However, I wish this were the case for the whole world, not only for Europe. In this respect, I do not believe that Europe is united by an exclusive system of values or a model which excludes other cultures.
I do not want to talk about dividing factors; it is rather an exciting diversity. The different languages, traditions, geographical specifics or eating habits – all this can be an enrichment for us and it is important to expand one's scope. If we manage to develop a vital Europe it will also be an alternative draft against every form of racism and other group oriented misanthropy.”